Sorgerecht - Umgangsrecht - MOOSSEN Rechtsanwälte
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Sorgerecht_Umgangsrecht_pano_1064

SORGERECHT

Verheirateten Eltern steht die elterliche Sorge gemeinsam zu. Seit der Neuregelung des Kindschaftsrechts zum 01.07.1998 bleibt das gemeinsame Sorgerecht der Eltern auch nach Trennung und Scheidung grundsätzlich bestehen.


Nicht verheiratete Eltern haben die gemeinsame Sorge, wenn sie eine Sorgeerklärung abgegeben haben.


Beide Elternteile haben bei gemeinsamem Sorgerecht alle  Angelegenheiten von erheblicher Bedeutung (z. B. Schulwechsel) gemeinsam zu entscheiden. Die Angelegenheiten des täglichen Lebens entscheidet immer der Elternteil, bei dem sich das Kind gerade aufhält.

 

Nach § 1671 BGB kann das Familiengericht auf Antrag eines Elternteils das elterliche Sorgerecht, vorrangig das Aufenthaltsbestimmungsrecht, auf einen Elternteil allein übertragen.

 

Das Gericht hat sich bei seiner Entscheidung ausschließlich am Kindeswohl zu orientieren anhand folgender Gesichtspunkte:

  • Förderungsprinzip
  • Kontinuitätsprinzip
  • Bindung des Kindes an Eltern und Geschwister
  • Bindungstoleranz der Eltern
  • Wille des Kindes

WECHSELMODELL

Wenn Eltern sich nach der Trennung die Alltags-Erziehung der Kinder teilen und die Kinder dazu in beiden Haushalten ein Zuhause haben, spricht man von Wechselmodell.


Bei manchen Familien wechseln die Kinder wochenweise. Andere haben einen Rhythmus, der mit den beruflichen Verpflichtungen der Eltern kompatibel ist oder mit dem Terminkalender der Kinder. Pendeln Kinder zwischen den Haushalten der Eltern, so dass beide Eltern sowohl Betreuungsaufwand als auch Fixkosten in erheblich größerem Umfang haben, gibt es  verschiedene Berechnungsansätze, die Düsseldorfer Tabelle passt dann eigentlich nicht (siehe hierzu Kindesunterhalt bei Wechselmodell).

Allerdings sollte der Fall des Wechselmodells mit sich bringen, dass die Eltern sich über alle die Kinder betreffenden Fragen einigen können. Denn ein Wechselmodell lebt davon, dass die Eltern an einem Strang ziehen und lösungsorientiert zum Wohle der Kinder vorgehen.
Wissenschaftlich gibt es eine Reihe von Untersuchungen zum Für und Wider des Wechselmodells. Rechtlich befinden sich Familien, die ein Wechselmodell beabsichtigen oder bereits leben noch in einem völlig ungeregelten System. Das beginnt z. B. mit der Anmeldung beim Einwohnermeldeamt: Zwei gleichberechtigte Wohnsitze gibt es nicht. Auch gegenüber der Familienkasse muss der Bezugsberechtigte angegeben werden – eine hälftige Zahlung an beide Elternteile ist nicht möglich.

UMGANGSRECHT

Jedes Kind hat ein eigenes Recht auf Umgang mit beiden Elternteilen und umgekehrt haben die Eltern ein Recht auf Umgang mit ihrem Kind, sie sind sogar zum Umgang mit dem Kind verpflichtet. Das Umgangsrecht geht von dem Grundsatz aus, dass der Umgang mit beiden Elternteilen zum Wohl des Kindes ist, wobei es keine Rolle spielt, ob die Eltern miteinander verheiratet sind bzw. waren oder nicht.

Auch Großeltern, Geschwister, Stiefeltern und andere enge Bezugspersonen des Kindes haben ein Recht auf Umgang mit dem Kind, jedoch nur dann, wenn dies dem Kindeswohl dient.

Ihrem Kind schadet Streit zwischen Vater und Mutter, weshalb Einigungen auf individuellen Umgang die beste aller Lösungen ist, damit Ihr Kind beide Elternteile ohne in Loyalitätskonflikte zu geraten lieben und den Umgang mit ihnen genießen kann.

Ist dies nicht möglich und müssen Sie Ihr Recht auf Umgang oder ein Verbot des Umgangs, bzw. betreuten Umgang gerichtlich durchsetzen, vertrete ich Ihre Interessen immer mit Blick auf das Kindeswohl konsequent und sicher. Im Einzelnen prüfe ich zusammen mit Ihnen, was für Ihr Kind am besten ist und stelle dann die entsprechenden gerichtlichen Anträge.

Von den Gerichten werden in den Terminen zur mündlichen Verhandlung in den überwiegenden Fällen individuelle, auf Ihre Situation zugeschnittene Lösungen zusammen mit Vertretern des Jugendamtes, gegebenenfalls von Beratungsstellen, wie Kinderschutzbund, Caritas oder AWO, und den Anwälten erarbeitet.